Ich bin Werder-Fan, seit ich denken kann. Wobei ich vermutlich gar keine große Wahl hatte. Meine Mutter war und ist Werder-Fan, und so habe ich die Begeisterung für Grün-Weiß wohl schon als kleiner Dreikäsehoch mit der Muttermilch aufgesogen.
Mein erstes Spiel im Weserstadion hätte dann auch kaum kurioser ausfallen können. Am 21. August 1982 war ich mit meinen Eltern beim Heimspiel gegen Bayern München. Es war das legendäre Spiel, bei dem Uwe Reinders einen weiten Einwurf Richtung Tor brachte und Bayerns Torwart Jean-Marie Pfaff den Ball ins eigene Netz lenkte. Werder gewann mit 1:0. Ein recht ungewöhnlicher Einstieg in meine persönliche Stadiongeschichte.
Bremen wird Heimat
1999 zog ich nach Bremen, um hier meine Ausbildung zu beginnen. In den ersten Jahren ging es noch mit regulär gekauften Eintrittskarten ins Weserstadion, seit 2002 habe ich eine Dauerkarte. Meinen Platz habe ich seitdem nicht gewechselt. Offiziell sitze ich auf der Nordtribüne, ziemlich direkt neben der Ostkurve, ungefähr auf Höhe der Eckfahne. Ich bezeichne das gerne als meine persönliche „Nord-Ost-Kurve“.
Von dort aus habe ich inzwischen fast ein Vierteljahrhundert Werder-Geschichte erlebt. Ich erinnere mich noch an die frühen Auftritte von Claudio Pizarro, der damals gelegentlich als „Santa Cruz für Arme“ bezeichnet wurde. Eine Einschätzung, die im Nachhinein nicht besonders gut gealtert ist. Auch Aílton, Andreas Herzog, Johan Micoud und Diego gehören für mich zu dieser Zeit.
Und dann war da noch Torsten Frings. Als er 2002 nach Dortmund wechseln wollte, fiel im kicker der Satz „Werder versaut mir meine Karriere“. 2005 kam er nach Stationen in Dortmund und München wieder zurück, spielte bis 2011 für Werder und bekam 2013 sein Abschiedsspiel im Weserstadion.
Abende, die man nicht vergisst
In all den Jahren gab es unzählige Spiele, die mir in Erinnerung geblieben sind. Natürlich die Meisterschaft 2004 und die Pokalsiege, aber auch einige besondere Europapokalabende. Allen voran das Champions-League-Spiel gegen Juventus Turin im Februar 2006: Werder lag kurz vor Schluss noch mit 1:2 hinten, ehe Tim Borowski den Ausgleich erzielte und Johan Micoud in der Nachspielzeit tatsächlich noch das 3:2 köpfte. Das ganze Weserstadion bebte. Auch das 3:2 gegen Real Madrid im November 2007 gehört für mich dazu. Was für ein Kampf gegen die Königlichen!
2009 und 2010 waren meine Frau und ich außerdem bei den DFB-Pokalfinals in Berlin dabei. 2009 konnten wir den Pokalsieg feiern, 2010 gab es gegen Bayern München eine deutliche 0:4-Niederlage. Über die zweite Fahrt habe ich sogar damals schon hier im Blog berichtet. Neben dem Fußball hatten wir auch noch Zeit für ein wenig Sightseeing und einen Besuch im Rollenspielgeschäft.
Es gab auch andere Zeiten
Natürlich waren die vergangenen Jahrzehnte nicht ausschließlich von Erfolgen geprägt. Da war beispielsweise das letzte Saisonspiel 2016 gegen Eintracht Frankfurt, als Papy Djilobodji Werder in der 88. Minute mit seinem Treffer zum 1:0 den direkten Klassenerhalt sicherte. 2021 kam dann tatsächlich der Abstieg in die zweite Bundesliga – ausgerechnet während der Corona-Zeit, als ohnehin kaum Zuschauer ins Weserstadion durften.
Auch von der anschließenden Zweitligasaison habe ich deshalb kaum etwas live im Stadion mitbekommen. Nach all den Jahren mit Dauerkarte war das schon eine ungewöhnliche Situation. Immerhin gelang Werder nach nur einer Saison die Rückkehr in die Bundesliga.
Grün-weiß auf vier Pfoten
Mittlerweile hat die Werder-Begeisterung übrigens auch unseren Boston Terrier Django erreicht. Der besitzt inzwischen eine durchaus beachtliche Auswahl an Werder-Outfits: vom Halstuch samt passender Leine bis zum eigenen Trikot mit der Rückennummer 12 und dem Schriftzug „HUND“. Ob er seine Vereinszugehörigkeit freiwillig gewählt hat, darf bezweifelt werden.
Immerhin beteiligt er sich gelegentlich auch akustisch. Zu Werder stimmt er seinen ganz eigenen Fangesang an. Wie sich das anhört, haben wir natürlich auch auf Video festgehalten.




Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen