Sonntag, 25. Oktober 2026

Shadowrun 6 – What We Owe: Kaltstart (Session 1)

KI-generierte Illustration des Pure Horizon Seattle, in dem die Runner Val zum ersten Auftrag treffen.
Pure Horizon Seattle – hier trafen die drei Runner erstmals auf Val. KI-generierte Illustration.

Beim ersten Spielabend unserer neuen Shadowrun-Kampagne What We Owe konnten leider nur drei der fünf Spieler teilnehmen. Also begannen Eagle Eye, Freezer und Keahi erst einmal ohne Rusthead und Haruto.

Für jeden hatte ich eine eigene Einstiegsszene vorbereitet. Dabei wollte ich gleich eine der Connections vorstellen, die die Spieler mit ihren Charakteren in die Kampagne eingebracht hatten. Eagle Eye traf Shark, einen Informationsbeschaffer aus Tacoma, Freezer seinen nicht ganz vertrauenswürdigen Informanten Greasle und Keahi den Taliskrämer Mr. Xander. So kamen die Kontakte gleich beim ersten Spielabend zum Einsatz. Ich hatte Musik, Bilder und mit Seattle Now eine Nachrichtenausgabe vorbereitet, um die Spieler auf das Seattle des Jahres 2080 einzustimmen.

Ein Tisch für Fremde

Alle drei erhielten über ihre Kontakte eine Einladung ins Pure Horizon Seattle. Dort sollte eine gewisse Val auf sie warten. Freezer fiel allerdings schon bei der Sicherheitskontrolle auf, weil er ein Kampfmesser dabei hatte. Das wanderte vorerst ins Schließfach; nach dem Treffen holte er es wieder ab.

Val wollte eine bestimmte Fracht aus Terminal 17 auf dem Gelände von Rainline Freight Systems in Tacoma beschaffen lassen. Die Kennung lautete SK-944-DELTA. Für die Bergung und spätere Übergabe bot sie jedem Runner 8.000 Nuyen, dazu 2.000 Nuyen bei diskreter Durchführung. Hinzu kamen 500 Nuyen Antrittsbonus pro Kopf und 2.500 Nuyen gemeinsamer Spesenvorschuss. Die drei nahmen den Auftrag ohne Verhandlungen an.

Bei der anschließenden Beinarbeit kontaktierte Keahi seinen Decker-Kontakt Breaker, der Informationen über Rainline Freight Systems und Terminal 17 beschaffte. So erfuhr er unter anderem, dass die östlichen Zugänge bei Regen störanfällig waren. Freezer kümmerte sich um einen Magschlossknacker, den ihm sein Kontakt Kurt Dickheimer besorgte. Das Werkzeug kostete 6.250 Nuyen: 2.250 aus dem gemeinsamen Vorschuss und 4.000 aus Freezers eigener Tasche. Keahi beschwor unterwegs außerdem einen Geist des Menschen, der die Gestalt eines durchscheinenden Straßenarbeiters annahm.

Ein Umweg über den Highway

Bei der Vorbereitung hatte ich nicht ausreichend bedacht, dass die Runner ihre Beinarbeit auch getrennt erledigen könnten. Ich war von einer gemeinsamen Fahrt von Downtown nach Tacoma ausgegangen und hatte dafür eine Begegnung mit den Spikes vorbereitet. Tatsächlich waren Keahi und Eagle Eye mit dem bereitgestellten GMC Bulldog unterwegs, während Freezer mit seinem eigenen Fahrzeug den Magschlossknacker besorgte. Die beiden fuhren zu Brisbane Motors in Tacoma, der Werkstatt von Eagle Eyes Connection Speedy, damit Eagle Eye dort seine Chopper abstellen konnte. Keahi bemerkte in der Nähe einige Ganger mit ihren Bikes. Er hielt ihr Aussehen und das Ganglogo in seinem Notizbuch fest.

Die Spieler wollten sich anschließend in Tacoma treffen, möglichst in der Nähe der späteren Frachtübergabe und der automatisierten Rückgabe des Vans. Da bot ich ihnen das Nightshift Diner an, das ich sowieso schon vorbereitet hatte. Damit waren alle wieder beisammen, aber die geplante Highway-Szene passte eigentlich nicht mehr. Vom Diner hätten sie direkt zum Lagerterminal fahren können. Ich habe sie trotzdem kurzerhand noch einmal über den Highway geschickt, damit die Begegnung stattfinden konnte. Im Nachhinein war das ein ziemlich unnötiger Umweg.

Unterwegs hielt ein lokales Rudel der Spikes den Van an und verlangte Wegegeld. Eagle Eye machte die Ganger auf herannahende grüne Elfenbikes aufmerksam. Die Spikes wandten sich bewaffnet den Bikern zu und die Runner nutzten die Ablenkung, um weiterzufahren. Weder wurde Wegegeld gezahlt noch kam es zu einem Kampf zwischen den Runnern und den Spikes. Damit war die Sache für die Runner erledigt.

Runner in einem GMC-Van auf einem regennassen Highway, bedrängt von bewaffneten Motorradgangern.
Die Spikes auf dem Highway. Man beachte den Lenker des Trolls – KI-generierte Illustration.

Terminal 17

Im Bulldog lag bereits Arbeitskleidung von Rainline Freight Systems für die drei Runner bereit, einschließlich Warnwesten. Die Größen hatte Val offenbar ungefähr passend ausgewählt. Die Gruppe zog sich im Van um, um auf dem Gelände als Mitarbeiter durchzugehen. Vor der Einfahrt sahen sie sich die Umgebung von Terminal 17 in Ruhe an. Keahi überprüfte auch den Astralraum und bemerkte patrouillierende Watcher. Die Runner passten einen günstigen Moment ab, um möglichst weder den Wachen noch den Watchern aufzufallen.

Val hatte die Einfahrt mit dem Bulldog bereits bei Rainline angemeldet, weil der Gruppe an diesem Abend der Decker fehlte. Die Runner konnten deshalb regulär durch das Haupttor fahren und den Van hinter Terminal 17 abstellen. Mit Freezers Magschlossknacker öffneten sie den östlichen Notausgang. Einen Wachmann, der im Gebäude patrouillierte, bemerkten und umgingen sie zunächst.

In der Nähe der Werkstatt begegneten sie dann der Wartungstechnikerin Eli Cho. Keahi wirkte im Affekt einen Manablitz, verletzte Eli damit aber nur leicht und kassierte selbst Entzugsschaden. Freezer verhinderte, dass sie Alarm schlagen konnte. Eagle Eye schlug sie schließlich bewusstlos. Die Gruppe fesselte die Technikerin in der Werkstatt und nahm ihre Smartcard mit, um an einem Lagerterminal nach der gesuchten Kiste zu suchen.

Freezers Probe auf Elektronik und Logik misslang. Auf dem Bildschirm erschien nur ITEM NOT FOUND, dann wurde er ausgeloggt und die technische Alarmstufe stieg. An dieser Stelle haben wir den Abend beendet: drei Runner im Lagerhaus, eine gefesselte Technikerin in der Werkstatt, irgendwo noch ein Wachmann und keine Ahnung, wo die gesuchte Fracht steckt.

Fazit

Mit dem ersten Spielabend war ich insgesamt zufrieden. Vor allem die Vorbereitung mit Obsidian hat sich bewährt. Durch die Verlinkungen konnte ich während der Session schnell auf die benötigten Informationen zugreifen, ohne lange in meinen Unterlagen suchen zu müssen.

Auch die KI-generierten Bilder, die ich während des Spiels auf dem Bildschirm gezeigt habe, kamen bei den Spielern gut an. Allerdings hatte ich einige Szenen bereits mit allen fünf Charakteren vorbereitet. Da nur drei Spieler teilnehmen konnten, passten die Bilder nicht immer zum tatsächlichen Geschehen. Dazu kamen ein paar KI-Eigenheiten, die ich beim Generieren übersehen hatte. Auf einem Bild hatte der Anführer der Spikes ein Maschinengewehr an seinem Bike montiert. Bei genauerem Hinsehen war das Maschinengewehr gleichzeitig der Lenkergriff. Das sah dann doch etwas merkwürdig aus.

Die Sache mit dem Highway würde ich beim nächsten Mal anders lösen und eine vorbereitete Begegnung notfalls einfach weglassen. Dass die Runner ohne Kampf an den Spikes vorbeikamen, gefiel mir dagegen gut. Außerdem hatten wir am Ende nicht nur einen Einsatzplan, sondern drei Runner mitten in Terminal 17 – vor einer Fehlermeldung und mit erhöhter Alarmstufe.

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