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Dienstag, 4. August 2009

Spielbericht "Abwärts"


Wir haben Cthulhu Now gespielt - um genau zu sagen das Szenario Abwärts von Peer Kröger aus den Cthuloide Welten #15.
Die Charaktere waren:
- Nancy Cunningham, Kosmetikerin und werdende Mutter
- Marc Girauld, Anwalt
- Tony Legardo, Wachmann
- Geoffrey Turner, Arbeitsloser Buchhalter

Die Charaktere und deren Hintergründe und den ein oder anderen Hinweis hatte ich ein paar Tage vorher an die Spieler verteilt. So konnten sie sich ein bisschen Vorbereiten, entsprechend Kleiden und auch die ein oder andere Requisite besorgen. So kam zum Beispiel der Spieler von Marc Stilgerecht im Anzug, Nancy war mit einer großen und unübersichtlichen Handtasche dabei, Tony hatte eine Stabtaschenlampe mit und Geoffrey´s Spieler hatte sich sogar einen Spielzeugrevolver besorgt.
Das Abenteuer wurde quasi "Life" gespielt. Also keine Outgame Kommentare und spielen in Echtzeit.
Die Beleuchtung hab ich per dimmbaren Deckenfluter und einer kleine Lampe mit rotem Licht bestritten, weitere Lichtquellen waren die Taschenlampe und die Handys der Charaktere (bzw. Spieler). Für die Soundkulisse hab ich ein paar typische Fahrstuhlstücke, Sounds für Feuermelder und Lift-Alarm und die von Shen-Gu erstellten "Wesen-Sounds" (siehe Spielleitertipps "Abwärts" im Cthulhu Forum) vorbereitet. Bevor es eigentlich los ging, hab ich die Spieler noch kurz auf die Situation gebrieft.

Das Abenteuer
So trafen sich alle im Fahrstuhl und ... erstmal Stille (bis auf die dudelnde Musik im Hintergrund). Das einzige was kam war, Tony: "Ah Fahrstulmusik", Marc: "Hm, ja". Tony beobachtete die Stockwerkanzeige die ich langsam hoch zählte. Nancy durchwühlte ihre Handtasche nach ihrer Geldbörse.
Bei Stockwerk 34 kam dann der Knall - flackern der Beleuchtung, kurzer Sturz des Liftes dann komplett dunkel und schließlich das einsetzen der Notbeleuchtung. Die erste Wehe und etwas Panik setzte ein. Die Handys wurden ausprobiert und ein Notruf bei der Polizei abgegeben. Per Funk informiert Tony seinen Kollegen Darwin dass er doch Bitte schnell helfen solle - man hat ja eine Schwangere dabei (die sonst erstmal ignoriert wurde). Marc versuchte sofort bei REC anzurufen und seine Verspätung anzukündigen (mit dem Handy von Nancy). Pete wurde auch verständigt, aber erst etwas später. Auch der Alarm im Fahrstuhl wurde gedrückt - sehr zum Leidwesen der Anwesenden ... (schön nerviger Sound) - bis dann endgültig die Batterie ihren Geist aufgab, dann war es wieder Still und dunkel (bis auf die Taschenlampe).
Während Darwin sich die Treppen hinaufquält blieben die eingeschlossenen aber nicht tatenlos - der Brandgeruch, die Schreie und der gelegentlich nachgebende Fahrstuhl gaben auch keinen Grund dazu. Das Geheimfach und die Dachluke wurden schnell gefunden. Mit der Taschenlampe bewaffnet kletterte Tony auf den Lift um sich umzusehen, Geoffrey fing an zu murmeln "Warum ich?", Marc wurde immer nervöser und Nancy schluckte Wehenhemmer mit ihrer Diät-Cola herunter. Als dann Darwin beim besichtigen des 34. Stockwerkes seltsame Beobachtungen meldete und dann ganz verstummte steigerte sich die Panik in der Gruppe noch. Nur Tony versuchte einigermaßen kühlen Kopf zu bewahren und die anderen zur Mitarbeit zu überreden. So versuchten sich die Männer daran die Leiter im Schacht zu erreichen bis von ganz Oben plötzlich etwas herunterfiel - der noch warme Leichnam von Darwin. Die Charaktere sprangen durch die Luke wieder in die Kabine und darauf fiel dann die Leiche. Ein weiteres Mal sackte der Lift ab und Blut tropfte hinein. Tony erkannte seinen Kollegen wieder - als der dann aber "MEINS! von sich gab wurde die Leiche kurzerhand den Schacht heruntergeworfen.
Dann folgte eine Weile Sound-Terror per Handy, Gegensprechanlage, Funk und Geoffrey der die Konsole berührte. Die Gruppe versuchte die Fahrstuhltüren aufzustoßen, als dann Pete kam war der Anwalt und Geoffrey schon fast Wahnsinnig. Nancy traute (sie befürchtete einen Angriff von Terroristen) der Sache nicht und warnte die anderen. Der Fahrstuhl erreichte per Handwinde den 34 - dann zog Geoffrey seinen Revolver und bedrohte Pete. Der versuchte beruhigend auf den Buchhalter einzureden, wurde aber kurzerhand mit zwei Schüssen niedergestreckt. Der Anwalt versuchte zu fliehen, wurde aber von einem der Ärzte erwischt. Im folgenden Zweikampf schlug Marc den Arzt mit dem Koffer nieder. Der zweite wurde von den anderen befragt, aber aufgrund seiner gestammelten Antworten wurde auch er kurzerhand erschossen. Nancy wurde auf die Fahrtrage gehievt und man folgte dem Weg der sich öffnenden Türen - notgedrungen. Die gelegentlich auftretenden Übernommenen haben die Stimmung weiter ins groteske getrieben. Auf dem Weg zum "Schläfer" wurde Dr. Reed gefunden, der endlich etwas mehr Aufklärung in die Sache brachte. Nancy war geschockt und der Arzt wurde ebenfalls ermordet. Beim Wesen angekommen war die Gruppe recht unschlüssig was sie machen soll - nur Nancy war sich sicher das sie ihr Baby nicht anderen überlassen wollte. Geoffrey opferte seine letzten zwei Kugeln und erschoss das Wesen. Endlich konnte man das Treppenhaus erreichen, dort trennte man sich. Tony half Nancy nach unten und Geoffrey und Marc wollten in den 38. Stock zu ihrem "Termin" bei Herrn Kramer.
Im Büro des Vorstandsmitgliedes bot sich den beiden ein jämmerliches Bild, wimmernd lag Gordon Kramer in eine Ecke und hielt sich seinen blutigen Armstumpf. Marc wollte mit ihm noch schnell das Geschäft abschließen - aber die Antwort "Der Deal ist geplatzt!" gefiel ihm nicht besonders. So stand er lächelnd daneben als der Buchhalter mit der Pistole auf seinen ehemaligen Chef losging. Kramer meinte zu Geoffrey "Pah, du erschießt mich nicht - dafür bist du nicht Manns genug!", der Antwortete "Stimmt!", hob die Pistole und schlug auf Gordon Kramer ein. Nach der blutigen Tat verabschiedeten die beiden nun völlig Irren voneinander. Geoffrey stürzte sich aus dem Fenster und Marc versuchte das Gebäude per Hinterausgang zu verlassen.
Unten wurden Tony und Nancy von einem Ärzteteam untersucht. Sie sahen noch wie der Körper des Buchhalters auf dem Asphalt aufschlug und wurden anschließend betäubt.
Der Anwalt wollte nur noch zu seinem Porsche als er von der Polizei angesprochen wurde. Mit seinem völlig mit Blut und Hirnmasse verklebten Koffer wehrte er sich gegen die auf ihn einredenden Polizisten, wurde angeschossen und verlor das Bewusstsein.

Fazit
Vor allem durch die Life-Effekte und die akustische Untermalung war das Abenteuer sehr intensiv, besonders die Wesen-Sounds kamen gut an (Danke Shen-Gu!). Allerdings war der Informationsaustausch zwischen den Charakteren/Spielern auch recht gering - es war so ziemlich jeder mit sich selbst beschäftigt. Auch war das Abenteuer mit knapp 2h (1h im Fahrstuhl und knapp 1h danach) wirklich kurz.

So konnten wir aber noch ne Runde Munchkin Cthulhu + die Erweiterung Kuhthulhus Ruf spielen - das hat dann auch über 3h gedauert ...

Freitag, 10. Juli 2009

Spielbericht "Geschichte der Katie S."


Vor einiger Zeit hab ich das Szenario "Die Geschichte der Katie S." aus dem Cthulhu-Abenteuerband "Todesangst" (Rezension) geleitet.

Hier mal mein Spielbericht:
Spieler: 5
Dauer: 3,5 Std.
Die Charaktere waren:
  • KK Ronny Franke (ursprünglich aus Leipzig -> Spieler versuchte sich am Akzent)
  • KK Doreen Neumann (Ur-Berlinerin -> Spielerin kannte Berlin recht gut)
  • KK Olaf Röder (wurde gerade von seiner Frau verlassen, Tochter wurde mitgenommen)
  • KOK Hans-Jochen Laufer (Char orientierte sich an Fox Mulder)
  • KOK Conrad Bronkow (Char geändert, war ein Schimanski-Verschnitt)
Im Vorfeld wurde die Spielecke mit Berliner Wahrzeichen, Stadtplänen und Bus/Bahn-Verbindungen Dekoriert.

Der Fall wird zugeteilt
Die SCs wurden entsprechend von Bernd Müller (Vorgesetzter der Kommissare) geweckt und nach M5 beordert.
Während KOK Laufer erst einmal duschen ging um sich dann im Anzug auf den Weg zu machen hatte KOK Bronkow (Bronkoh gesprochen) Orientierungsprobleme, da er am Vortag etwas angetrunken auf der Couch eingeschlafen war.
Ich hatte "HaJo" Laufer als Vorgangsführer ausgewählt und die Angaben der Streifenpolizei einfach zusammen geschrieben mit erfundener Vorgangsnummer in einer durchsichtigen (hatte keine weiße) Mappe ihm ausgehändigt.
Nachdem alle Chars einen Blick auf die Akte werfen konnten ging’s dann mit den Dienstwagen zum Leichenfundort.
Dort angekommen teilten sich die Chars auf, KK Franke und Neumann gingen zur Spurensicherung. Franke war vorher bei der Spurensicherung und kannte die beiden recht gut.
Bronkow schaute der ganzen Szenerie mit Händen in der Tasche zu und versuchte sich einen Überblick zu verschaffen, Olaf begutachtete das nähere Umfeld und Hajo vernahm Herrn Nowak.
Bei der Vernehmung kam es leider zu einem derben Lacher bei der Erwähnung von 10-Euro-Rita. Der Name viel an einer ungünstigen Stelle und die Spieler vermuteten eine bessere Bekanntschaft zwischen Herrn Nowak und Rita ...
Herr Nowak wurde für 18 Uhr zur Vernehmung geladen um danach gemeinsam wieder zum Park zu fahren.
Hajo und Olaf besorgte Kaffee für die Einsatzgruppe und schaute sich nach Kameras an den umliegenden Kreuzungen und Banken um. Ronny, Doreen und Conrad durchstreiften den Park um gegebenenfalls neue Spuren zu finden.

Nachforschungen
Im Revier war dann auch Arbeitsteilung angesagt. Es wurden die Bänder der Kreuzungen und Banken angefordert, die Fingerabdrücke durch den Computer gejagt, die Namen "10-Euro-Rita" und "Kati" bei der Sitte und der Drogenfahndung angefragt usw.. Weitestgehend alle Vorschläge die auch im Abenteuer erwähnt wurden sind von den Spieler angegangen.
Als dann die Autopsie fertig war, sind die Chars auch in die Pathologie um dort mit "Frau Dr. Emilia Grotewall" direkt zu sprechen und weitere Informationen zur Leiche direkt zu erfahren. Der Bericht der Gerichtsmedizin hab ich auch an die Spieler als Fax herausgegeben.
Dabei kam noch die Frage der Qualität der Droge auf. Ich hab daraufhin den Hinweis auf ungestrecktes Heroin gegeben.
Zu dem Zeitpunkt waren sich die Chars ziemlich sicher das es sich um einen "Unfall" handelte und der "Junkie bei dem sie das Zeug bekommen hat durchgedreht ist".

Nach der Berichtverfassung der Aussage von Herrn Nowak, der sein Alibi beweisen musste - Kinokarten für sich und seine Frau, kam die Zeugenbefragung von Rita (vorbereitet in Berlinerisch - puh!). Zum Konzert sind nicht alle Chars mitgefahren, Olaf folgte Rita und schaffte es bis zum XXX-Shop unbemerkt zu bleiben.
Conrad, Ronny und Doreen sind dann zum Vordereingang rein (Marke zeigen wie beim Bild angegeben) und Hajo kam etwas später, da er noch beim Friedhof war (besuchte tote Ex-Freundin) und holte Olaf wieder ab.
Die Befragung von Per war von Misstrauern geprägt und erst auch er musste sein Alibi beweisen.

Der Besuch der Wohnung (Doreen, Conrad und Ronny) von Kati erfolgte erst am nächsten Tag und war bis dato das spannendste fand die Spielrunde ("Jetzt geht’s los!"). Nach betreten der bereits geöffneten Tür und dem Gestank der in der Wohnung herrschte (Doreen musste sich erstmal an der Tür übergeben), sind die Chars sehr vorsichtig vorgedrungen und riefen sobald sie den anderen Junkie fanden die Spurensicherung und einen Notarzt. Im Zimmer von Kati kam dann die Kollage zum Vorschein ("Oh ja, schöne Traumwelt") und man fand auch das Bild mit Sandor. Dieses wurde dann an Hajo, der gerade im Revier auf Rita wartete per MMS gesendet und von Olaf als der Laden erkannt in dem Rita verschwand.

Das Finale
Sofort wurde ein Durchsuchungsbefehl sowie ein vorläufiger Haftbefehl gegen Sandor beantragt. Auf dem Weg wurde auch nach Verstärkung gefragt. Die beiden Gruppen kamen kurz nacheinander beim Sexshop an und teilten sich dort auch auf.
Hajo und Doreen sahen sich den Hinterhof an und fanden die Leiche, während Olaf, Conrad und Ronny direkt versuchten Herrn Stegemann zu erwischen. Entsprechend schnell verwandelte dieser sich, Olaf und Conrad verpatzten den GS-Wurf mit einer anschließendem 19 und 20! Olaf rannte schreiend aus dem laden, Conrad schnappte sich einen Dildo und kaute darauf rum. Hajo und Doreen schafften es nicht die Tür aufzubrechen und hörten dann die ersten Schüsse aus dem Laden, rannten herum und sahen wie Olaf von einem Wagen angefahren wurde. Ronny schaffte es Frau Stegemann aufzuhalten die gerade dabei war den Dildo kauenden Bronkow zu teilen, wurde dann aber von Y´golonac auseinander gerissen. Das war auch das was die beiden hereinstürmenden Chars sahen, die daraufhin auch schossen was das Zeug hielt. Der Kampf war brutal, blutig und fast aussichtslos. Die Verstärkung traf ein und wurde kurzerhand getötet. Der im sterben liegende Laufer schaffte dann den finalen Schuss und Sandor verwandelte sich zurück. Überlebt hatte schlussendlich nur Olaf und Conrad.

Fazit
Zwar war das Finale ganz nett, aber den Spielern fehlte ein bisschen die Vorwarnung wie es sonst bei Cthulhu üblich ist. Ich denke wenn ich das Abenteuer nochmals leiten sollte werde ich eine Durchsuchung des Hauses zulassen bei der dann Sandor und seine Frau hereinplatzen.
Der Punksong war ganz OK, da ich sonst auch immer viel Musik als Stimmungsunterstützer nutze war das nun nichts was die Spieler außergewöhnlich fanden.
Gut angekommen sind auf alle Fälle die ganzen Zeichnungen die beim Text dabei sind. Die hab ich meist parallel zur gerade laufenden Szene herausgegeben ("Mann hast du dir wieder arbeit gemacht!").