Eine neue Runnergruppe wird geboren
Es geht nach Seattle! Wir haben eine neue Shadowrun-Kampagne gestartet. Gespielt wird mit der sechsten Edition, die Handlung spielt im Seattle des Jahres 2080 und unsere Kampagne trägt den Titel „What We Owe“.

Von Rolemaster über Degenesis und Cthulhu zurück in die Schatten
Unsere Spielrunde, die ich gerne als meine „Veteranenrunde“ bezeichne, gibt es schon seit einigen Jahrzehnten. Mit diesen Spielern sitze ich bereits seit Anfang der 90er am Spieltisch und trotz einiger Veränderungen hat sich die Runde über die Jahre erstaunlich stabil gehalten. Lange Zeit haben wir Rolemaster gespielt, unter anderem auch meine Abenteuerreihe „Wie Sand in Ulums Uhr“, die ursprünglich auf einem DSA-Abenteuer basierte und die ich für Rolemaster umgebaut hatte. Über diese Runde gibt es auch noch einige ältere Berichte hier im Blog.
Später wechselten wir zu Degenesis und zuletzt zu Cthulhu. Allerdings war zuletzt ein wenig die Luft raus. Mit der Welt von Degenesis wurden einige Spieler nicht so richtig warm und Cthulhu war auch nicht unbedingt das bevorzugte System der Runde. Die Idee, wieder Shadowrun zu spielen, kam schließlich aus der Runde selbst. Der Spieler von Eagle Eye hatte vorgeschlagen, doch mal wieder in die Schatten zurückzukehren. Als ich meiner Frau davon erzählte, war ihre Reaktion ziemlich eindeutig: „Wenn ihr Shadowrun spielt, dann möchte ich da auch mitmachen.“ Das gab mir natürlich noch einen zusätzlichen Anreiz.
Da wir mittlerweile über Deutschland verteilt wohnen, haben wir uns zunächst über Discord zu einer Art Session Zero getroffen. Dort haben wir besprochen, wer überhaupt mitspielen möchte und welche Charaktere infrage kommen. Eine bisherige Mitspielerin entschied sich gegen Shadowrun, dafür kam meine Frau neu dazu. Außerdem konnten wir noch einen alten Mitspieler für die Runde gewinnen, mit dem wir schon längere Zeit nicht mehr zusammengespielt hatten.
Shadowrun ist für uns dabei kein neues Rollenspiel. Schon die erste Edition habe ich mit einigen Spielern aus unserer heutigen Runde gespielt. Über die Jahre habe ich Erfahrungen mit allen fünf bisherigen Editionen gesammelt und auch einige meiner Mitspieler waren in mehreren Editionen mit dabei. In den letzten Jahren war es allerdings recht ruhig um Shadowrun bei mir. Gelegentlich habe ich noch in einer Online-Runde mitgespielt, selbst geleitet habe ich Shadowrun aber schon länger nicht mehr. Für unsere neue Kampagne haben wir uns bewusst für Shadowrun 6 entschieden, um uns gemeinsam in die Regeln einzuarbeiten und die sechste Edition kennenzulernen.
Fünf Runner für Seattle
Zum Start unserer neuen Kampagne haben wir gemeinsam fünf Charaktere erstellt. Einige Entscheidungen waren schnell getroffen: Eagle Eye und Freezer standen früh fest, meine Frau wollte gerne einen magischen Charakter spielen und unser zurückgekehrter Mitspieler entschied sich für einen Rigger. Dazu kam noch ein Decker mit Yakuza-Hintergrund.
Eagle Eye ist ein menschlicher Straßensamurai aus Tacoma. Mit seinem Cowboyhut, dem langen Mantel und einem schweren Revolver erinnert er optisch ein wenig an einen modernen Revolverhelden. Seine Cyberaugen passen jedenfalls hervorragend zu seinem Straßennamen. Eagle Eye ist eher ruhig und beobachtet seine Umgebung aufmerksam. Seinen Lebensunterhalt verdient er unter anderem mit Sicherheits- und Bodyguardjobs.
Eagle Eye – der Straßensamurai aus Tacoma. KI-generierte Charakterillustration.
Freezer ist ein 1,95 Meter großer Elf, der sich auf Infiltration, Aufklärung und Präzisionskampf spezialisiert hat. Trotz seiner Größe versucht er, möglichst unauffällig zu bleiben. Er gehört eher zu den Leuten, die einen Einsatz gründlich vorbereiten und möglichst verhindern wollen, dass überhaupt geschossen werden muss. Seine umfangreiche Cyberware sieht man ihm dabei nicht unbedingt an.
Freezer – Aufklärung, Infiltration und Präzisionskampf. KI-generierte Charakterillustration.
Rusthead stammt aus dem Ork-Untergrund und ist mit seinen zwei Metern ebenfalls keine besonders zierliche Erscheinung. Als Rigger und Mechaniker kennt er sich mit Fahrzeugen, Drohnen und Motoren aus. Bisher war er vor allem als Fahrer, Kurier und gelegentlich auch als Schmuggler unterwegs. Der Einstieg in die professionelle Runnerwelt ist für ihn allerdings noch Neuland.
Rusthead – unser Rigger und Mechaniker. KI-generierte Charakterillustration.
Keahi ist ein hawaiianischer Schamane, der nach persönlichen Schicksalsschlägen in Seattle gelandet ist. Seine Magie ist eng mit Pele, der hawaiianischen Vulkangöttin, verbunden. Neben seiner magischen Begabung ist Keahi auch Tätowierer und lebt derzeit im Keller des Tattoostudios „Side Effects“ in Everett. Seine Zauber reichen von Heilmagie und Geisterbeschwörung bis hin zu Feuer- und Wassermagie.
Keahi – Schamane und Tätowierer. KI-generierte Charakterillustration.
Haruto Nakamura ist ein junger japanischer Decker mit Verbindungen zur Yakuza, der erst seit einigen Monaten in Seattle lebt. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit der Matrix und elektronischen Sicherheitssystemen. Im Gegensatz zu seinen technischen Fähigkeiten sind seine praktischen Erfahrungen als Shadowrunner bisher noch überschaubar.
Haruto Nakamura – der Decker unserer Runnergruppe. KI-generierte Charakterillustration.
What We Owe – Was wir schulden
Der Titel unserer Kampagne stand nicht von Anfang an fest. Er hat sich erst im Laufe der Vorbereitungen ergeben, als die Charaktere und ihre Hintergrundgeschichten nach und nach Gestalt annahmen. Dabei fiel mir auf, dass sich ein Thema durch viele dieser Geschichten zog: Verpflichtungen, Gefälligkeiten, Loyalität und manchmal auch Schuld. Rusthead fühlt sich seiner Familie verpflichtet, Keahi trägt seine Vergangenheit mit sich herum und Haruto steht bei der Yakuza in der Schuld. Auch Eagle Eye und Freezer bringen ihre eigenen Geschichten mit, auf die ich hier allerdings noch nicht näher eingehen möchte.
Daraus entstand schließlich „What We Owe“, also ungefähr „Was wir schulden“. Wem die Runner etwas schulden, was sie vielleicht auch sich selbst schuldig sind und welche Konsequenzen das haben wird, dürfte sich erst im Laufe der Kampagne zeigen.
Der erste Spielabend
Bei unserem ersten Spielabend konnten leider nur drei der fünf Spieler teilnehmen, sodass zunächst Eagle Eye, Freezer und Keahi ihren Einstieg in die Kampagne hatten. Ihren ersten Auftrag bekamen sie trotzdem, und auch die ersten Schwierigkeiten ließen nicht lange auf sich warten. Wie die drei sich dabei geschlagen haben, steht im Spielbericht Shadowrun 6 – What We Owe: Kaltstart (Session 1).






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