Montag, 21. Februar 2011

Unser Rollenspielregal

Auch Adrian´s Abyss folgt dem Aufruf "Zeig her dein Regal" (Thread im Tanelorn) von Boni.
- auch wenn Arkaniel mit der Aufforderung "Ich will eure DSA-Bücherregale sehen" angefangen hat.

Meine Sammlung von DSA-Material hält sich dann doch etwas in Grenzen, da mach ich doch lieber Fotos von allen Regalen. OK, die Romane, Sitzungstagebücher und Charakter-/Hintergrundmappen & Ordner haben wir dann doch noch weg gelassen.


Freitag, 11. Februar 2011

Rolemaster: Tix in Not

Ja, es gibt uns noch – nach langer Wartezeit hier endlich mal wieder ein Bericht einer unserer Spielrunden.
Um die Gruppe für das nächste größere Abenteuer (Trolle!) vorzubereiten, kam das Mini-Abenteuer „Tix in Not“ von Sebastian Witzmann dran (Download bei 13Mann). Die Gruppe setzte sich aus Charakteren zusammen, die bereits einige Abenteuer in und um Leet erfolgreich bestritten haben.

Charakterübersicht
Eldrian Tharnell, hybrider Waldbewohner, Waldläufer Stufe 4
Jennsen Dagett, Hochmensch, Heilerin Stufe 2
Tanis, Halbelf, Krieger Stufe 3

Einführung
Die Gruppe saß bei einem gemütlichen Getränk im Brandkessel und tratschte über ihre letzten Erlebnisse. Während die Heilerin Jennsen sich im Dorf nützlich gemacht hatte, waren Eldrian und Tanis gemeinsam mit der Trickserin Lilli im Casneywydd unterwegs und begegneten dort einem Oger und ein paar Goblins (siehe Spielbericht „Diebe im Wald“). Der Waldläufer Eldrian regte sich immer noch über Lilli auf, als ein Dorfbewohner ganz aufgeregt das Gasthaus betrat. Schnurstracks stiefelte er auf Jennsen zu und berichtete, dass sein Baby, bei dem die Heilerin Geburtshilfe geleistet hatte, irgendwie blau angelaufen sei. Jennsen stürmte sofort los und rette das Kind vor dem Ersticken – der Säugling hatte eine Nuss verschluckt. Nachdem die Heilerin die jungen Eltern über die Versorgung von Neugeborenen aufgeklärt hatte, machte sie sich auf den Weg zurück zu den anderen.

Der Auftrag
Kurz bevor Jennsen den Brandkessel betrat, erblickte sie einen winkenden Elch in der Krone eines Baumes hinter dem Haus. Da sie diesen „Elch“ bereits aus einem vorherigen Erlebnis mit einem Pixi kannte (siehe Spielbericht „Diebe in Leet & Im Wald da sind die Räuber“), trat sie neugierig an den Baum und rief nach Tix. Tatsächlich tauchte das Feenwesen auf und erzählte der Heilerin, das sie und die anderen die einzigen „Großen“ seien, denen er Vertrauen könne. Er habe lange mit sich gerungen, aber letztlich hatte er beschlossen seine Freunde zu fragen, ob sie ihm helfen könnten mehr „Glitzerzeug“ aufzutreiben. Er würde es auch zurückzahlen, in etwa 33 Monden. Und auch mit viel sinnvolleren Dingen wie zum Beispiel Beeren, Pilzen und Nüssen! Etwas verwirrt hakte die Heilerin nach und erfuhr so, dass der Pixi „Lösezeug“ benötigt um seinen Drittbruder Kix von drei Riesen freizukaufen – obwohl die schon „ganz verdammt viel Glitzerzeug haben, die raffgierigen Scheusale“. Jennsen versprach, mit den anderen darüber zu sprechen und sich am nächsten Morgen wieder beim Baum mit Tix zu treffen.
Kaum erfuhren Tanis und Eldrian von dem Problem des Pixis, willigten sie noch am Abend ein, der Sache nachzugehen. Nach dem Frühstück am nächsten Morgen ging es dann auch gleich voll ausgerüstet zum Treffen mit Tix. Dieser meinte er kenne den Weg zu dem Lager der Riesen, aber der Pfad wäre nicht ganz einfach für „Große. Das Lager befand sich tief im Casnewydd und die Reise soll wohl zwei Tage dauern.
 
Im Casnewydd
Nachdem die vier mit Hilfe des Bootes des Händlers Thomaso über den Laan gesetzt hatten, ging es in den Casnewydd, wo sie einem alten Trampelpfad nach Norden folgten. Nach einer Weile bog ihr Führer einfach nach Westen in einen Hasenbau ab. Kurze Zeit später kam Tix wieder und wunderte sich, dass die Helden ihm nicht gefolgt sind. Vorsichtig versuchten sie, dem Feenwesen klar zu machen, dass sie größere Pfade benötigten, um voran zu kommen. Danach ging es quer durch den Wald - über umgestürzte Baumstämme, durch dichtes Gebüsch, tiefen Löchern und Senken. Alles im allem legten sie aber ein gutes Tempo vor. Ziemlich erschöpft schlugen sie ihr Lager auf und teilten Wachen ein. Während der Wache Eldrians blieb es ruhig, während Tanis in seiner Wache das heulen von Wölfen vernahm. Insgesamt sieben Wölfe traten auf die Lichtung und griffen die vermeintlich leichte Beute an – von Tix fehlte jede Spur. Der Kampf spitze sich schnell zu, Eldrian und Jennsen mussten sich ebenso im Nahkampf verteidigen wie der jähzornige Tanis. Einer der Wölfe wurde getötet sowie zwei weitere schwer verletzt, aber da waren die Spielercharaktere schon so gut wie am Ende - bis Tix wieder auftauchte. Er forderte die Wölfe und die Charaktere auf, sich nicht gegenseitig zu verletzten, was Tanis in seinem Wutanfall zuerst nicht mitbekam. Die Verletzungen bei den Helden konnte von Jennsen geheilt werden, kostete aber eine menge Kraft. Auch der Leitwolf mit seinen Muskel- & Sehnenverletzungen wurde von der Heilerin größtenteils wiederhergestellt.
Mit dem Sonnenaufgang ging es weiter Richtung Kix und seinen Häschern. Auf dem Weg lagen auch zwei recht steile Erhöhungen, die die Gruppe direkt und ohne größere Probleme hinter sich brachten. Etwas später fand Eldrian seltsame flache, eiförmige Steine. Die Steine wiesen noch schwach Zeichen auf, die der halbelfische Krieger Tanis als elfische Warnung identifizieren konnte. Tix meinte daraufhin, dass sie nicht weitergehen sollten, sondern einen großen Umweg um dieses Gebiet machen sollten. Er wäre sich sicher, dass es dort Portale zum Totenreich gebe, auch wenn noch nie ein Pixi in dem Teil des Waldes gewesen sei. Die Umwege die er Vorschlug waren mal wieder nicht geeignet für die Gruppe. Der Waldläufer Eldrian führte die Gruppe aber ohne Zwischenfälle um die Gefahr herum.

Das Trolllager
Gegen Abend erreichten sie das von Tix beschrieben Lager, in dem sein Drittbruder gefangen gehalten wurde. Wie sich herausstellte, waren die „Riesen“ drei Waldtrolle die sich lautstark und streitsüchtig gebarten. Die Gegend erschien fast wie eine Müllhalde, überall lagen Speise- und andere Reste. Das Lager lag an einem kleinen Hügel mit einem alten Bärenbau. Das Gefängnis von Kix, bestehend aus fingerdicken Hölzern, befand sich fast genau über der Feuerstelle in der Mitte des Lagers.
Der Waldläufer beobachtete das Treiben der Trolle eine Weile um sich ein genaueres Bild der Lage zu verschaffen. Anschließend erarbeiteten die Spielercharaktere einen Angriffsplan. Tatsächlich gelang den Abenteurern, die Trolle zu überraschen. Während Tanis wild schreiend auf die Trolle zustürmte, hüpfte Eldrian geschickt auf einen der Bäume, um von dort Pfeile auf die Gegner hinabregnen zu lassen. Durch konzentrierte Angriffe auf die riesenhaften Ungeheuer war der Kampf recht schnell zugunsten der Spielercharaktere entschieden. Alle drei Trolle fanden den Tod, während die Helden nur harmlose Blessuren erlitten.

Der SchlussNachdem die Trolle beseitigt waren, konnte auch Kix aus seinem Gefängnis befreit und von Jennsen geheilt werden. Kix berichtete, dass sich wohl noch weitere Trolle zusammen getan hätten um „Glitzerzeug“ zu sammeln. Am Trollhort waren die beiden Pixis nicht interessiert und so blieb es bei den Spielercharakteren, den Haufen nach lohnenden Dingen zu durchsuchen. Neben einiger Münzen und Edelsteinen, fanden sie noch einen gut erhaltenen Dolch mit prunkvoller Scheide, eine Halskette mit einem Medaillon der Göttin Iandara (Göttin des Lichts, der Liebe, der Sonne und des Wetters), eine stark benutze Lederrüstung sowie einige Werkzeuge. Nachdem alles von Interesse eingepackt wurde, verabschiedete sich die Gruppe von den beiden Pixis und machte sich auf den Rückweg nach Leet.

FazitDas Abenteuer war recht kurzweilig, aber unterhaltsam. Vor allem waren die Wölfe wieder einmal gefährlichere Gegner als erwartet. Am Ende schaffte Jennsen den Aufstieg in die dritte Stufe, gerade wegen der vielen Heilzauber. Die Gruppenkonstellation erwies sich für das Abenteuer als sehr ausgewogen, auch weil keine „Diebesfertigkeiten“ benötigt wurden. Das Rollenspiel zwischen den Charakteren sowie zu den NSCs war durchgängig gut.

Freitag, 12. November 2010

SPIEL-Bericht 2010

Hier unser Bericht von der Spielmesse 2010 in Essen, ganz nach dem Motto: Lieber spät als nie!

Auch dieses Jahr waren meine Freundin und ich auf der SPIEL ´10 – wie auch viele andere Blogger (unter anderem PiHalbe, DORPtv, Roachware, Georgios, die Kellerkinder und viele mehr). Für uns war es 6. Jahr in Folge, dass wir die internationalen Spieletage in Essen besucht haben.
Da wir nur den Donnerstag zum Messebesuch nutzten, waren wir wie im letzten Jahr einen Tag vor Messebeginn aus Bremen angereist. Frisch und ausgeruht nutzten wir fast die gesamte Öffnungszeit um uns umzuschauen, Gespräche zu führen und natürlich um ein wenig Geld auszugeben. Die Eintrittskarten hatten wir vorausschauend im Vorfeld erworben, so blieb uns das Einreihen in einer der langen Schlangen vor den Eingängen erspart.

Entsprechend leer waren zu dem Zeitpunkt auch noch die Gänge.

Wir haben uns in aller Ruhe durch verschiedene Hallen gearbeitet, verschiedene (Brett-) Spiele angeschaut und Preise verglichen. Sich vorweg über interessante Spiele und deren Preise zu informieren war dabei recht hilfreich. Fast wanderte auch das aktuelle Spiel des Jahres „Dixit“ und „Jäger der Nacht“ in unseren Einkaufstrolli.

Als wir soweit alle anderen Hallen einmal gesehen hatten, ging es zur COMIC ACTION in Halle 8 und erst danach in die Halle 6 mit den Rollenspielverlagen.
Auch nutzten wir die Gelegenheit in der „Zeichner Allee“ (Halle 8) einen der (bisher) unbekannten Künstlern mit dem anfertigen eines Charakterbildes zu beauftragen. Ein paar Vorgaben und Erzählungen über den Rolemaster-Charakter meiner Freundin reichten aus und eine knappe halbe Stunde später konnte man die Zeichnung abholen.

Die meiste Zeit des Tages verbrachten wir, wie üblich in der Halle 6. Hier mal eine kurze Übersicht was wir da so gemacht haben:
Am Mephisto-Stand konnte meine Freundin als Vorbesteller ihr druckfrisches Exemplar von „Himmel über Aachen“ mitnehmen. Die Neuauflage der Kampagne (erschien bereits im Mephisto ab Heft 19) für das ENGEL RPG wurde komplett überarbeitet, um neues Material ergänzt und mit zusätzlichen Illustrationen versehen. Dazu gab’s auch gleich die Aachen-Karte von Tobias Mannewitz.
Apocalyptyca, den abschließenden Roman des Engel-Rollenspiels hat sie sich von Feder und Schwert besorgt, inklusive Signierung. Sie nutzte auch gleich die Gunst der Stunde, um mit Oliver Hoffmann zu sprechen und ein paar mehr Spielleiter-Informationen zu bekommen.

Beim Mantikore-Verlag konnte ich einen genaueren Blick auf das Fantasy-Rollenspiel Labirinth-Lord werfen. Die Stimmung des Regelwerkes zielt ganz klar auf Old-School RPG ab und könnte früher oder später noch Teil meiner Sammlung werden. Was ich mir ziemlich sicher holen werde, ist das Einsamer Wolf (Gruppen-)Rollenspiel, sobald es auch in deutscher Sprache verfügbar ist. Das Gespräch darüber war schon recht vielversprechend. Dafür hab ich den Band 4 vom Einsamen Wolf, „Die Schlucht des Schicksals“ und „Banedons Auftrag“ erstanden.
Das aktuelle John Sinclair Abenteuerband „Der Erbe des Templers“, das dazugehörige Kartendeck und der Spielleiterschirm interessierte uns beim Stand von Ulisses und wurde kurzerhand gekauft.
Erdenstern präsentierte ihren neuesten Soundtrack zu „Berge des Wahnsinns“, sowie ihre bisher erschienenen CDs.
Bei den 13Mann gab es für unsere Runden von Traveller das Abenteuerband 2: Gefängniswelt sowie den Spielleiterschirm. Für Rolemaster gab es kein neues Material. Da ich den SL-Schirm für unseren Traveller-SL SilverSky auch besorgen sollte, landeten entsprechend zwei davon auf der Einkaufsliste – was am Stand sogar ein bisschen Verwirrung stiftete und so zu einem netten Gespräch führte.
„Warum willst du zwei haben? Willst Du Dich vor den Spielern verstecken?“
Etwas später konnte ich dann noch mit Sebastian Witzmann (Thondras) über Rolemaster, die Kampangenwelt Aborea sowie die Abenteuer um Leet sprechen. So sind zum Beispiel noch 7 große Abenteuer um die Region Leet geplant, zusätzlich zu den 3 bereits erschienen Elisera, Trolle! und Der blutende Gott, plus diverse Kurzabenteuer zum Download. Die erhaltenen Informationen werd ich sicher für unsere Runde nutzen können. Ebenso wie die Rolemaster-Poster, welche wir am Stand bekommen haben.


Am Ende des Tages haben wir, nachdem gleich mal ein paar Sachen ausprobiert. Unter anderem Drachenherz und Zug um Zug: Märklin (Deutschland).

Fazit
Wie in allen Jahren zuvor, hat es eine Menge Spaß gemacht, sich durch die Messehallen zu kämpfen, neue Spiele zu bestaunen, alte Schätze auszugraben, nette Gespräche zu führen und den eigenen Sammeltrieb zu befriedigen.
Die Unterkunft die wir eigentlich nehmen wollten, war bereits besetzt, sodass wir gezwungen waren, einen neuen Schlafplatz zu finden. Wir hatten überlegt, am gleichen Tag an- und abzureisen oder dieses Jahr sogar ganz auf die Messe zu verzichten. Erst recht spät haben wir uns für eine Ferienwohnung direkt in Essen entschieden, die sich als wahrer Glücksgriff für uns entpuppte. Restaurants, Bäcker, Supermarkt waren alle direkt nebenan und das Messegelände war nur knapp 5 Minuten zu Fuß entfernt. Wenn es im nächsten Jahr erneut klappt, zu zweit zur SPIEL zu fahren, wird es sicher wieder diese Unterkunft werden.
Dafür, dass wir uns vorgenommen hatten, weniger als sonst auszugeben, sind es doch noch einige Einkäufe geworden. Aber insgesamt haben sich die Ausgaben im abgesteckten Rahmen gehalten.

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Rolemaster: Diebe im Wald

Angedacht war dieser Abenteuer als Testabenteuer für andere Charaktere sowie eines neuen Spielers. Aber am Ende blieb es bei zwei bereits gespielten Charakteren (Tanis und Eldrian) und dem des neuen Spielers. Der neue Charakter war eine stadtmenschliche Trickserin mit dem Namen Lilli. Deshalb hab ich das Abenteuer Diebe im Wald von Thomas Eigen ein bisschen an die Runde angepasst und in Leet platziert.

Charakterübersicht
Tanis, Halbelf, Krieger Stufe 2
Eldrian Tharnell, hybrider Waldbewohner, Waldläufer Stufe 3
Lilli, hybrider Stadtmensch, Trickserin Stufe 1

Einführung
Um den Einstieg zu erleichtern, haben wir festgelegt, das Tanis in seiner Funktion als Stadtwache von Padova die Trickserin Lilli bereits kannte. Er hatte sie wohl das ein oder andere Mal festgenommen, sie konnte sich aber immer als unschuldig rausreden. Lilli war gerade in Leet, um etwas Abstand zu Padova und ihrem letzten „Geschäftspartner“ zu bekommen. Im Brandkessel traf sie dann auf Tanis, der gerade mit Eldrian frühstückte. Wie selbstverständlich setzte sie sich dazu und begrüßte den etwas mürrischen Krieger und den recht ansehnlichen Waldläufer. Während die drei sich unterhielten und näher kennen lernten, berichteten ein paar der anwesenden Dörfler, dass ihnen Vieh und Werkzeug abhanden gekommen sei. Davon hellhörig geworden, wollten die Abenteurer der Sache nachgehen. Im weiteren Gespräch erfuhren sie, das vor allem der Waldhüter Loriel Nabbat Probleme mit verschwundenen Dingen hätte. Der Halbelf war Pächter eines kleinen Stückchens Land und Wald, nördlich vom Laan. So machten sie sich auf den Weg über die Fuhrt zur Hütte des Waldhüters.

Beim Waldhüter
Der Halbelf berichtete, dass innerhalb der letzten Woche eine Axt und weitere Werkzeuge verschwunden waren. Das Tiere verloren gegangen waren, schob er auf ein Wolfsrudel, das in letzter Zeit den Wald unsicher machen würde. Allerdings war es schon ungewöhnlich, da die Tiere eingezäunt waren und es keine Schäden an den Umzäunungen gab. Das wollte sich die Gruppe selbst anschauen und ging zu den Weiden. Eldrian untersuchte den Boden nach auffälligen Spuren und fand sehr große, menschenähnliche Fußabdrücke. Es hatte wohl jemand das Vieh geschnappt und war anschließend damit in den Wald gegangen. Zurück beim Waldhüter ließen sich die drei Abenteurer von Loriel zu den Stellen führen, wo er die verloren gegangenen Sachen zuletzt gesehen hatte. Auch dort fand Eldrian Spuren, die in den Wald führten.

In den Casnewydd
Die Trickserin fing eine Diskussion darüber an, ob sie wirklich in den unheimlichen wirkenden Wald gehen wollen. Tanis konnte sie etwas beruhigen, während Eldrian bereits vorsichtig das Unterholz betrat. Etwas widerwillig begleitete Lilli den Krieger und so folgten beide dem Waldläufer tiefer in den Casneywydd. Auf ihrem Weg vernahm Eldrian seltsame gurgelnde und zischende Geräusche, bald auch gepaart mit einem feinen Schwefelgeruch. Dann fand er eine Lichtung mit einer Höhle, in der scheinbar ein Lindwurm schlummerte! Leise schlich der Waldläufer zurück zu den anderen. Dort angekommen warnte er die beiden vor der Gefahr. Nach kurzer Beratschlagung entschied man, dass Eldrian der Spur weiter folgte, während Tanis und Lilli die Höhle weitläufig umgehen sollten. Nachdem der Waldläufer der Meinung war, das sie genügend Abstand zum Lindwurm gewonnen hatten, brachte er die anderen beiden wieder auf die Fährte des Vieh- und Werkzeugdiebes.
Bei einer Lichtung fanden die drei eine mannshohe Keule die einen zerschmetterten menschlichen Körper bedeckte, sowie riesigen Fußabdrücke die auf einen Troll hindeuteten. Als der erste Schock über den Fund überwunden war, untersuchten die Abenteurer die Szenerie etwas genauer, der zerschmetterte Körper schien eine Attrappe zu sein und die Trollspuren waren gefälscht. Verwirrt folgte die Gruppe der ursprünglichen Spur und so erreichten die drei einen alten Waldpfad der sich nach einer Weile bei einer weiteren Lichtung aufteilte.
An dieser Lichtung lagen einige Klumpen (Nuggets) Gold und daneben einige Diamanten! Auf einem alten Baumstupf, im Schatten einer großen Eiche, lag sogar ein vermoderter Rucksack. In ihm befanden sich weitere Rohdiamanten und Gold. Während Tanis und Eldrian dem Fund nicht trauten, wollte Lilli den Rucksack schnappen und schnellstens zurück nach Leet. Am Ende machte sich Eldrian auf, der Spur weiter zu folgen, während die anderen beiden an der Weggabelung warten sollten.

Der Turm
Der Waldläufer schlich vorsichtig neben dem Pfad durch den Wald, bis er auf eine größere Lichtung traf, auf der eine Turmruine stand und mehrere Goblins irgendwelche arbeiten verrichteten. Neben dem Turm befand sich noch eine Art Zwinger, in dem scheinbar Wölfe gehalten wurden. Eldrian beschloss sich das Ganze etwas näher anzusehen und zu versuchen, die gefangenen Tiere zu befreien. Während er um die Lichtung herum huschte, tauchte auch noch ein Oger auf, bepackt mit Brennholz. Der Oger ging in den Turm, kam kurz darauf wieder hinaus und ging den Pfad in Richtung der anderen beiden Abenteurer.
Hier hab ich weitere Gegner eingebaut als vom Abenteuer vorgeschlagen, auch um die Gruppe zu animieren zusammen zu bleiben.
Eldrian versteckte sich hinter dem Turm und vor den Blicken der Goblins im Waldrand. Von dort zielte er mit Pfeil und Bogen auf das Schloß des Zwingers, schoss und traf tatsächlich. Sofort stürmten die ausgehungerten Wölfe aus ihrem Gefängnis und die Goblins stoben auseinander. Auch der Oger drehte um, aber die Szenerie wurde dann fast surreal – die Wölfe hielten inne und gingen freiwillig wieder zurück in den Verschlag. Als beim Waldläufer auch noch das Gefühl beobachtet zu werden aufkam, sprang er auf und rannte tiefer in den Wald. Nur war seine Wahrnehmung irgendwie leicht verändert, er rannte direkt gegen einen Baum und ging ohnmächtig zu Boden.
Als Eldrian wieder zu sich kam, saß er im Turm und ein großer, junger Mann mit beeindruckenden blauen Augen bot ihm seltsamen Brei an. Der Waldläufer war der Meinung, dass das der Mann ein Freund von ihm sein müsse und erzählte ihm was ihn hierher führte.
Während der Wartezeit wurde Lilli und Tanis immer ungeduldiger. Während der Krieger in Sorge um Eldrian war, wollte die Trickserin sich den Rucksack mit dem Gold und den Edelsteinen über die Schulter werfen und abzuhauen. Tanis wurde bereits ziemlich wütend und die Situation gipfelte fast in einem handfesten Streit, als ein Oger und sechs Goblins sich näherten. Die Gegner kamen aus der Richtung gelaufen, in der ihr Gefährte verschwunden war. Die Unholde hatten sie bemerkt und griffen an! Tanis stürmte ihnen mit gezogenem Bihänder entgegen. Auch Lilli stellte sich der Übermacht – ihr war der Rucksack zu schwer für eine Flucht. Leicht übereilt zauberte die Trickserin einen Schlafzauber auf die Goblins. Drei von ihnen wurden durch den Zauber erwischt und dann kaltblütig von Lilli getötet. Die restlichen Goblins und der Oger waren für den schnellen Krieger keine richtiger Gegner. Der Oger lag nach zwei Schlägen ebenso am Boden wie die Goblins. Anschließend überredete Tanis Lilli dazu, doch dem Weg zu folgen und den Waldläufer zu suchen.
Der „Freund“ von Eldrian hielt mitten in der Befragung inne und meinte, er solle kurz warten während er nach dem Rechten sehen wolle.
Bei der Lichtung mit dem Turm angekommen, machte Tanis eine unbekannte Gestalt im Eingangsbereich der Ruine aus. Geistesgegenwärtig legte der Krieger einen Pfeil auf seinen Kompositbogen, schoss und traf während die Gestalt die Tür schloss.
Verletzt kam der „Freund“ zurück zum Waldläufer und wies diesen an, die Feinde aufzuhalten damit er entkommen könne. Danach begab er sich zu einem Geheimgang, der sich unter einer Falltür im Kellerraum befand. Eldrian nahm mit seinem Bogen den Kelleraufgang ins Visier und erwartete die eindringenden Übeltäter.
Achtsam pirschten Lilli und Tanis näher an den Turm heran, immer darauf achtend, ob Bewegungen in der Ruine zu sehen waren. Lilli kletterte auf das Dach, fand aber keine Möglichkeit hinein zu gelangen. So trat der Halbelf kurzerhand die Tür ein und stürmte hinein. Es gab keine Gegenwehr in der ersten Ebene und so verschafften sie sich einen schnellen Überblick. Die Etage bestand nur aus einem Raum mit einer Wendeltreppe in der Mitte. Es schien sich hier um eine Wohnebene zu handeln, aufgeteilt in drei Bereiche. Während die beiden leise die Treppe hinab schlichen, klärte sich auch langsam Eldrians Geist. So erkannte Eldrian den Krieger Tanis als Freund und schoss keinen Pfeil auf ihn. Eine kleine Weile hielt der Waldläufer noch an seinen Auftrag fest, derweil kletterten Tanis und Lilli die Falltüre hinab. Zu dritt folgten sie dann dem Geheimgang bis in eine Tropfsteinhöhle. Es dauerte, bis sie den Ausgang ausfindig machen konnten. Wieder an der frischen Luft, verfolgten sie die Spuren des ehemaligen Turmbewohners bis zu einer Schlucht, wo die Fährte endete.

Der Schluss
Übelgelaunt ging es dann zurück zum Unterschlupf, den sie jetzt genauer untersuchten, ebenso wie die restlichen Pfade. Es gab noch einen Köhlerhaufen und eine verschlossene Vorratshöhle. Einen Hinweis auf die Herkunft oder gar den Namen des geistverdrehenden Bösewichtes konnten sie nicht finden. Wohl aber die verschwundenen Werkzeuge und Tiere, bzw. deren Überreste.
Es dauerte noch einen ganzen Tag, bis sich die Charaktere dazu entschlossen zurück nach Leet zu gehen. Auf dem Rückweg schauten sie noch mal bei dem Lindwurm vorbei und erkannten nun auch, dass es sich dabei um eine geschickt inszenierte Täuschung handelte.
Zwar konnten sie die Diebstähle aufklären, aber zufrieden waren sie nicht – ist doch der eigentliche Verursacher entkommen. Das „Gold“ und die „Edelsteinen“ entpuppten sich als Fälschungen (Katzengold und Glassteine), was zur Steigerung der Laune auch nicht gerade beitrug. Dafür bekamen die Helden im Brandkessel den ein oder anderen ausgegeben.

Fazit
Der Spielabend dauerte länger als erwartet und so musste ich beim Ende leider wieder kürzen. Dafür gab es eine Menge Rollenspiel zwischen den Charakteren, wobei das der Gruppe nicht immer geholfen hatte …
Lustig wars auf alle Fälle.
Nach der Vergabe der Erfahrungspunkte, konnte jeder der drei Charaktere eine Stufe aufsteigen. Bei der Trickserin sind aber noch Anpassungen nötig, zum einem bei den Fertigkeiten/Talenten und zum anderen beim Charakterkonzept.

Montag, 18. Oktober 2010

Spieltisch im Nebel

Das Equipment für eine Rollenspielrunde kann sehr aufwendig gestaltet werden. Die guten alten Zeiten, in denen Musik fast das einzige Stimmungselement, neben der Stimme des Spielleiters war, ist Geschichte. Heute nehmen viele Elemente Einfluss auf einen Rollenspielabend der Moderne. Zugeschnittene Playlisten mit stimmungsgeladener Musik je nach Situation, Lichteffekte, Beamer und sogar Gerüche werden eingesetzt. Da ist eine Nebelmaschine nicht ganz selten.


Leider verteilt eine Nebelmaschine ihren Inhalt meist im ganzen Raum und lässt sich, zumindest in unseren Räumlichkeiten, nicht Zielgerichtet einsetzten. Mir ging schon länger die Idee durch den Kopf die Möglichkeiten der Maschine besser einzusetzen, als unser Spielleiter eine Gruselrunde (im Rolemaster-Universum) ins Leben rief. Sofort fiel der Verdacht auf eine klassische Fantasyszene: Ein düsterer, kahler Wald auf sumpfigem Untergrund. Durch die Feuchtigkeit und den faulenden Morast steigt Nebel auf und bleibt im Unterholz hängen. - Bodennebel!

Nach kurzer Internetsuche stießen wir auf ein Video. Gut ... ein Internetvideo. Wie viel kann man davon glauben?

Die Mittel die eingesetzt werden sind leicht zu beschaffen und nicht teuer....

Ein Cuttermesser, ein Stift, eine Rolle Duct Tape, hitzebeständiges Rohr, eine Rolle Alufolie, ein Schuhkarton und Kühlakkus (fehlen auf dem Bild, da sie in der Gefriertruhe liegen)






Mit dem Cuttermesser wird das Eintrittsloch geschaffen (auf der anderen Seite das Austrittsloch) - Das Rohrstück wurde eingesetzt, damit der Nebel eine Abkühlphase hat und nicht zu heiß in den Karton schießt.







Dann werden Nebelmaschine und Karton verbunden. Wir mussten das Rohr mit Tape an der Maschine festkleben, da der Nebelauslass leider wenige Millimeter größer ist als das Rohr...
Mit der Alufolie haben wir den Karton ausgekleidet um eine bessere Isolierung zu bekommen und vor allem um evtl. austretendes Wasser aufzufangen.






Und der letzte Schritt: Befüllen des Kartons!



Alle Vorbereitungen waren getroffen. Die Nebelmaschine wurde aufgeheizt und wir waren gespannt ob aus dem Schuhkarton tatsächlich Bodennebel entweichen würde und wie lange der sich auch auf dem Boden hält.


Das Ergebnis kann sich sehen lassen:










Es ist also Möglich ohne großen Aufwand Bodennebel zu erzeugen. Noch ist es nicht perfekt, aber daran wird gerade gearbeitet. Der Schuhkarton ist für die Kraft der Nebenmaschine zu klein und die Kühlakkus liefern zu wenig Kälte.
Als Verbesserung soll der Karton gegen eine Styroporschachtel (Lieferdienste haben diese Warmhaltebehälter) ausgetauscht werden, es werden dann mehr Kühlakkus Platz finden und die Nebelmaschine soll durch ein Rohrsystem noch etwas weiter vom Karton entfernt stehen. Über eine gezieltere Verteilung des Nebels haben wir auch nachgedacht - wir wollen testen, ob man mit Schläuchen den Nebel besser steuern kann.


Zu guter Letzt haben wir noch etwas mit Licht experimentiert und folgende Bilder geschossen: