Sonntag, 16. August 2009

Spielbericht: Thrash the Body Electric

Oder auch: „Thrill-Go-Gang BÄNG

Wieder einmal stand ne lustige Runde Shadowrun 3.01D an.
Dabei waren:
Bam Bam, Troll – Muskel
Cassandra, Mensch – Phönix-Schamanin
Lazereye, Mensch – Ex Ganger
Scuzzo, Zwerg – Scharfschütze & Sprengstoffexperte

Vorlage für den Abend war der SR4er Missions-Run „Thrash the Body Electric” von Mark DelPrincipe. Das Original Abenteuer spielt in Denver, die Anpassungen für Seattle und die 3.ed waren problemlos. Eigentlich hatte ich vor einen anderen Run zu leiten, aber die vorliegende Gruppenkonstellation lies das nicht zu. Also hab ich schnell mal über die Unterlagen rübergeschaut und die Handouts angepasst – länger als 5 Minuten Vorbereitung waren das aber nicht. Demzufolge war mal wieder mehr Improvisation gefragt.


Vorgeschichte
Alles fing damit an das die Gruppe etwas Party im Crusher 495 veranstaltet haben. Man kippte sich diverse Alkoholika und andere Bewusstseinserweiternde Dinge in sich hinein und dachte darüber nach wie man den „Rusted Stilettos“ so richtig schön was auf die Fresse geben könnte. Während man nun entsprechend philosophierte, erhielt Cassandra einen Anruf eines Chummers aus der Green War Terrorszene. Der berichtete das er jemanden – einen Mr. Johnson – habe der gerne was zu erledigen hätte. Der Chummer war der Meinung das Cassandra und deren Freunde bessere Ansprechpartner für solche Sachen seien und gab das nun weiter. Nach kurzer Absprache mit den anderen wurde ein Treffen mit Mr. Johnson in einem Bed & Breakfirst Truck Stop in der Nähe der Grenze zum Cascade Crow gegen halb drei Uhr morgens vereinbart.

Auftragsvergabe
Der große und rustikale Truck Stop wurde schnell gefunden und fast ein Streit mit der Bedienung angefangen – die Kinder-/Zwergen-Ecke sei dank. Der Johnson stellte sich als sehr professionell heraus und wartete mit einem prallem Büffet und guten Manieren auf. Der Auftrag wurde kurz umrissen und die Runner bissen im wahrsten Sinne des Wortes an. Man sollte innerhalb der nächsten 10 Tage bei einer Industrieanlage eine Reihe von Sabotageakten, Vandalismus und sonstige Behinderungen der Fertigung erwirken, wenn möglich ohne Tote. Das ganze sollte bevorzugt als Unfälle oder Gangangriffe getarnt werden. Freudig etwas kaputt machen zu dürfen willigte man ein, erhielt etwas Infos, den Vorschuss und den Rest des Büffets – über den sich der Troll gerne hermachte. Um in Kontakt zu bleiben erhielt man vom Johnson noch einen Pager.

Nachforschungen
Zuerst wurden einige Telefonate geführt genaueres über das Ziel und den Johnson heraus zu bekommen. Dann machte man sich direkt auf dem Weg um die Anlage mit eigenen Augen zu begutachten. Das Ziel war eine Produktionsstätte von Elektromotoren der Rocky Mountan Dynamics, einer NAN Firma mit Hauptsitz in Vancouver. Die Anlage verfügt über eine Bahnanbindung, die Gleise kreuzen die Interstate und ein kleines Umspannwerk liegt direkt neben den Gleisen. Weiter wird beobachtet das Mitarbeiter Basketball spielen, Wachen Patrouille laufen und die Magische Sicherheit nur einen Hüter aufweist. Die ersten Überlegungen zum Auftrag gingen aber ins Leere. Also verabredete man sich für den nächsten Tag und hoffte dann neben neuen Ideen auch mehr über RMD zu Wissen als momentan. Der beauftragte Decker war sehr erfolgreich beim Zusammentragen von Infos: Namen, Photos und Adressen der Angestellten; Versandlisten der nächsten Tage; Bauplan der Anlage und Zugriff auf die Überwachungskameras! Weitere Nachforschungen der Runner ergaben Verbindungen zur Mafia, Infos zur Sicherheitsfirma Cyclops Security Services und deren Maßnahmen und das die Thrill-Gang Scatter Brains in der Gegend aktiv ist.

Action
Man verabredete sich für den Abend um die Schienen zu manipulieren – was zum Leidwesen der Runner nicht zu einem Unfall führte. So begab man sich einen Abend später wieder auf das Gelände und hantierte Physisch wie magisch noch ausführlicher an den Gleisen und sogar noch an der Brücke der Interstate. Außerdem wollte man noch einen Gang-Anschlag auf LKWs mit Materiallieferungen für RMD vortäuschen, wofür Molotowcocktails und ähnliches vorbereitet wurden. Zur Tarnung wurden nicht nur Lieferwagen die für RMD bestimmt waren überfallen. Während man nun mehrere der großen, vollautomatischen LKWs angriff kam es zu einer Auseinandersetzung mit einer anderen Go-Gang, den Red Rovers. So wurde auf der Interstate ein regelrechter Krieg ausgefochten, mit automatischen Waffen, Sprengstoff, Handgranaten, Feuerbällen, Raketenwerfer und Feuergeistern. Hinterher wurde noch bei der Presse ein anonymer Tipp abgegeben – und ein eigenes Gang-Logo entworfen, für die Thrill-Go-Gang BÄNG …
Nach der Flucht haben die Runner noch die Interstate nach weiteren Red Rovers abgesucht und wurden an einer Raststätte fündig. Schnell noch mal etwas Sprengstoff benutzt und man fuhr mit Lächeln dem Sonnenaufgang entgegen - mit einer dunklen, schwarzen Rauchwolke hinter sich.
Beim gemeinsamen Frühstück in der nähe des Werkes konnte man in aller Ruhe das Entgleisen eines Zuges mit ansehen. Magisch gesteuert konnte dazu noch ein Brückenpfeiler der Interstate durch die Bahn in Mitleidenschaft gezogen werden. Ein weiteres mal wurde die Presse von Scuzzo mit exklusivmaterial versorgt. Für weitere Sabotage wurde noch mal der Decker angeheuert, für das einschleusen von Würmern in die vollautomatische Anlage. Ein paar Abende später wollte man dann direkt aufs Gelände und erneut als BÄNG sein Unwesen treiben. Dabei kam es wieder zu einem Kampf, diesmal mit Wachen von RMD, einem Magier von Cyclops und Elementaren. Die magische Bedrohung konnte Cassandra recht problemlos bewältigen, versehentlich mit dem Tod des Lohnmagiers und freiwerden eines Erdelementares. Sirenen waren auch schon zu hören und so versuchte man sich schnellstmöglich aus dem Staub zu machen. Der Elementar setzte den mundanen recht übel zu, aber Cassandra gab ihm den Rest und so konnte sich die Gruppe wieder in Sicherheit bringen.

Ende & Bezahlung
Kurz vor Ende der Frist kam dann die Pagernachricht das man zufrieden mit der Arbeit wäre und ein Treffen im Jay´s Boatshouse North vorschlägt. Dort warteten die Runner zuerst auf das Erscheinen des Johnsons und wurden ziemlich nervös als die Zeit weiterlief und der Auftraggeber nicht auftauchte. Dann endlich mit 20 Minuten Verspätung kam der Johnson. Zufrieden mit der Arbeit überreicht er ihnen einen Koffer mit dem restlichen Geld – in vielen kleinen Checksticks. Er verabschiedet sich und macht Andeutungen auf weitere aussichtsreichen Runs. Die Runner feiern noch recht ausgiebig und leicht kostspielig im Etablissement und erhalten dankend eine Jahreskarte für das Restaurant, welches ihnen 10% Rabatt gewährt.

Fazit
Es war wirklich lustig! Ich konnte mich als Spielleiter recht häufig zurücklehnen und die Spieler machen lassen. Größtenteils beschränkte ich mich auf die Reaktion der Umwelt auf die partiell verdrehten Ideen & Handlungen. Das Abenteuer war wie für die Runde gemacht, mal sehen wie sich die neu gegründete Thrill-Go-Gang BÄNG in der Zukunft noch schlägt.

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